Weil der Falsche auch der Richtige war

Vor wenigen Tagen habe ich einen Vorschuss an die Kosteneinziehungsstelle der Justiz überwiesen, weil „der Fortgang des Verfahrens aufgrund Gesetzes bzw. aufgrund Entscheidung des Gerichts von der Bezahlung eines Vorschusses in Höhe von …€ abhängig“ ist.

Dieser Satz stand in dem Brief vom Amtsgericht an mich, adressiert an meinen Anwalt. Verstanden habe ich in etwa: Natürlich können Sie sich scheiden lassen, doch wir sagen Ihnen gleich, das wird teuer. Am besten Sie fangen schon mal an zu bezahlen, sonst gibt es keine Scheidung…

Seitdem mache ich mir Gedanken übers Bezahlen. Was die eigentliche Summe betrifft, wird meine Scheidung meine bisher teuerste Ausgabe sein. Noch nie habe ich mir etwas geleistet oder angeschafft, was soviel kostet. Also materiell betrachtet.

ballons

Mit dem Universum habe ich mich darauf geeinigt, diese Kosten dankbar als Investition in meine Zukunft anzunehmen. So kann der Gegenwert meiner Traumreise irgendwann zu mir zurückkommen.

Dafür reise ich für den Moment manchmal in die Vergangenheit. Und räume auf. In dem Jahr, als ich Ja gesagt habe, als die Antwort hätte Nein lauten müssen. Oder zumindest: Ich weiß es nicht…

Seit meiner Trennung werden diese Trips immer kürzer. Und ich komme wieder an. Hier. Jetzt. Bei mir. Ein wirklich schöner Ort. Vielleicht habe ich ja den Falschen geheiratet, um mich vom Richtigen scheiden zu lassen.

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