„Every time I dance …

… I turn into a better version of me.“ Seit zwei Jahren tanze ich wieder intensiv – inzwischen bis zu dreimal die Woche und in Workshops, hauptsächlich orientalischen Bauchtanz und Tribal Fusion Bellydance. Davor hatte ich eine Pause; inzwischen weiĂź ich, dass ich in dieser Zeit in einer Krise steckte. Das Tanzen hat mir geholfen, aus ihr herauszufinden. Inzwischen weiĂź ich auch, dass Tanzen mein Heilmittel ist. Eigentlich mehr als das, es gehört zu mir wie Atmen, FĂĽhlen oder Denken.

Mit drei Jahren habe ich mit meinem Opa getanzt: Csárdás. Er hat mir diesen ungarischen Volkstanz beigebracht. „Ich mache eine Tänzerin aus dir“, hatte er mir versprochen. Dann ist er gestorben. Und ich war so klein, dass ich mich kaum noch an meinen ersten Tanzpartner erinnern kann. Mein Körper aber hat das nicht vergessen und erinnert sich sehr gut. Ich tanze nämlich schon mein Leben lang – bis auf die Unterbrechung als ich in einer unglücklichen Ehe steckte. Dann habe ich einen neuen Rhythmus gefunden.

So glĂĽcklich verschwitzt sehe ich nach dem Tanztraining aus

Tanzen bedeutet für mich im Moment zu sein. Es hilft mir, ganz bei mir zu sein. An nichts anderes zu denken, es setzt Energien frei, reinigt, erhebt mich und macht mich einfach sehr, sehr glücklich. Auch habe ich erkannt, das Tanzen heilen kann, weil es mich geheilt hat – und immer wieder heilt. Tanzen öffnet Kanäle und neue Wege.

Mein Weg hat mich dazu gebracht, die Worte „Tanztherapeutin“ und „Weiterbildung“ bei Google einzugeben – und dann zu einem Info-Abend ins Tanztherapie Zentrum Berlin.
 Auf energetischer Ebene habe ich ziemlich schnell gemerkt: Hier bin ich richtig. Denn meine berufliche Veränderung konnte ich schon länger spüren, jetzt kann ich sie benennen.

Ein Impuls, das wurde mir nach dem Abend klar, war der Moment als meine Oma in Kurzzeitpflege kam und ich in dem Seniorenheim einen Aushang mit einem Tanzangebot für die Bewohner las. „Warum gebe ich nicht so einen Kurs?“, dachte ich.
 Beim Info-Abend dann, als die Frage aufkam, wie Tanztherapie sich in unseren jetzigen Beruf einbinden lässt, hatte ich sofort die Idee, Kurse für Journalisten, Medienschaffende und Kreative anzubieten. Ich finde es unnatürlich, dass die meisten dieser Jobs im 8-Stunden-Rhythmus vor dem Rechner stattfinden. Dass dabei die Kreativität irgendwann blockiert, wundert mich nicht.

Mein bisheriger beruflicher Weg war immer voller Zeichen, dass ich irgendwann auch tänzerisch arbeiten werde: Mein Blog heißt „Die kleine Tudor tanzt durchs Leben“. Davor hatte ich eine Webseite, die „Primatexterina“ hieß, weil ich finde, dass sich ein guter Text durch Rhythmus auszeichnet. Erst wenn die Worte tanzen dürfen, fließt auch der Text. Eine meiner Filmideen, die ich für einen Drehbuchkurs entwickelt habe, ist ein Tanzfilm mit dem Titel: „Tanztee“. Darin geht es um einen überzeugten Nichttänzer, der aus Liebe zu seiner Frau, einer Tänzerin, doch tanzen lernt. Sie erkrankt sehr jung an Alzheimer – und das Tanzen ermöglicht es ihm letztlich, mit ihr in Kontakt zu bleiben, auch nachdem sie sich nicht mehr an ihn erinnern kann (das war lange vor „Alice“ :)).

Tänzerin bin ich schon (wenn auch keine professionelle), jetzt möchte ich Tanztherapeutin werden und die Heilkraft des Tanzes an Menschen weitergeben: „Wo immer die Tanzende mit dem FuĂź auftritt, da entspringt dem Staub ein Quell des Lebens“ (Rumi) – ich kann fĂĽhlen, dass ich im Rhythmus bin…Danke, liebes Universum <3.

Aus dem Motivationsschreiben zu meiner zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung als Tanztherapeutin. 

 

 

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Ich bin eine Tänzerin

„Heut ist Reigen, Tanz ist, Tanz ist, Tanz!
Licht ist heut und Glanz ist, Glanz!
Abschied von Verstand ist, vom Verstand,
Weil die Liebe ganz ist, ganz ist, ganz.“ (Rumi)

Mit drei Jahren habe ich Csárdás getanzt. Mit meinem Opa, er hat mir diesen ungarisch-siebenbĂĽrgischen Tanz beigebracht. Das erzählt mir meine Oma oft. Manchmal sagt sie auch, ich hätte zuviel Paprika im Blut – damit meint sie dann nicht das Tanzen…jedenfalls, sagte mein Opa laut meiner Oma zu mir: Ich mache eine Tänzerin aus dir.

An seine Worte kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich kann mich kaum noch an meinen ersten Tanzpartner erinnern. Nicht in Gedanken. Nicht in Bildern. Mein Opa ist gestorben, da war ich noch immer drei Jahre alt.

Mein Körper aber hat ihn nicht vergessen. Meine HĂĽften, meine Arme und Beine, von meinen Haar- bis in die Zehenspitzen erinnert sich alles noch sehr, sehr gut an meinen Opa. Er hat nämlich Wort gehalten und ich tanze schon mein Leben lang: Jazz, Ballett, Tap, Flamenco, Salsa, Freestyle auf sämtlichen Tanzflächen…

Als meine Ehe in die BrĂĽche ging, habe ich aufgehört zu tanzen. FĂĽr eine ganze Zeit war ich genauso zerbrochen. Dann habe ich einen neuen Rhythmus gefunden und wieder angefangen: Bauchtanz, Tribal Belly – meine Lehrerinnen sind Lia Pavlidis, SongĂĽl Cetinkaya, Josefine Wandel, Silvia Orchidaceae und Colleena Shakti.

Im Alter von drei Jahren hat mir mein erster Tanzlehrer ein Heilmittel an die Hand gegeben – und an Arme, Beine, HĂĽften… an jede einzelne Zelle… an mein Herz. Ja. Ich bin eine Tänzerin.